Alte Zeiten

Ich habe heute ein mehrstündiges Video aus meiner Studienzeit angeguckt. Darauf zu sehen: Meine Mitstudent*innen und ich. Eine kleine Zeitreise. Lustig zu sehen, dass in unseren Besprechungen hemmungslos geraucht wurde.

Wir haben zusammen ein Projekt umgesetzt und daher zwei Jahre recht intensiv miteinander gearbeitet und auch mehrere Seminarfahrten miteinander unternommen. Zwischenmenschlich ist da sehr viel passiert: zwei Liebesbeziehungen, eine sehr intensive Freundschaft und die Trennung zweier Freundinnen. Und wir waren nur 7 Student*innen. Ich habe heute mal versucht zu sehen, ob man das alles sieht. Ich fand nicht. Vielleicht auf einem der späteren Videos.

Solche Zeitdokumente sind ja toll. Ich frage mich nur, ob diese dafür sorgen, dass es dann irgendwann nur noch Erinnerungen an diese dokumentierten Erinnerungen gibt.

Was ich aber wirklich faszinierend finde, ist, dass die meisten meiner Mitstudent*innen im Internet geradezu unauffindbar sind. Angeblich sind wir doch alle bei Facebook und das Internet weiß alles, aber es scheint da diese kleine Gruppe von Menschen zu geben, die sich dem entziehen konnte.

Es ist jetzt nicht so, dass ich die anderen gerne treffen würde wollen, ich fände es lediglich ganz praktisch im Internet über sie zu lesen. Es hat bestimmt seine Gründe, warum wir keinen Kontakt mehr miteinander haben.

Vor ein paar Jahren gab es eine Jahresfeier von unserem Projekt und nur ich und eine andere Studienkollegin sind gekommen. Ich mag sie eigentlich sehr gerne. Wir haben oft und gerne miteinander gelacht. Aber eine Stunde nach dem Wiedersehen war ich so bedient, dass ich vermutlich noch ein paar Jahre brauchen werde, bis ich mich auf das nächste Treffen freuen kann. Und dabei ist sie nun ausgerechnet diejenige, die leicht im Internet zu finden ist.

Eigentlich sehr schade, dass ich mit niemanden der anderen noch befreundet bin. Ich würde mich gerne zu unseren Videos austauschen.

Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, uns kennenzulernen und es war schon ein wenig anstrengend, uns dabei zuzuschauen.
Sehr lustig war, dass wir die Kamera nicht kapiert haben. Wir wollten für unsere Zielgruppe ein Video drehen und uns darin vorstellen. Gefilmt haben wir, wie wir diskutiert haben, was wir machen und wie wir uns am besten in Szene setzen. Zu sehen ist auch, wie ich meinen Mitstudenten frage, wie die Kamera angeht. Er erklärte mir, dass ich den roten Knopf drücken müsse und wenn das „Rec“ nicht mehr leuchtet, dann wäre die Kamera an. Und schwupp war sie aus.
Wir haben alles gefilmt, nur nicht das, was wir wollten. Die Tücken der Technik.

Geguckt habe ich dieses Video heute übrigens, weil ich gucken wollte, ob sich die Digitalisierung der Videokassetten lohnen würde. Ich bin mir noch nicht sicher. Jetzt muss ich mir aber auch erst einmal die anderen 10 Videos anschauen…

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3 Kommentare zu “Alte Zeiten

  1. Sowas finde ich toll.

    Ich würde sie nicht digitalisieren. das wird nie wieder das Selbe werden, wenn du sie ansiehst.
    …wenn!

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