Blumenkohl

In den letzten Nächten habe ich vor dem Einschlafen immer an eines gedacht: Blumenkohl. Ich mag Blumenkohl. Eines der Gemüse, die ich am häufigsten kaufe und esse. Aber dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass man seinen Feind nicht mit einer toten Ratte auf der Fußmatte, sondern mit einem Stück gekochtem Blumenkohl richtig fertig machen kann. Der Blumenkohl muss dazu natürlich nicht auf die Fußmatte gelegt, sondern schön versteckt werden.

Faszinierend finde ich allerdings, dass ich erst vor einigen Monaten festgestellt habe, dass gekochter Blumenkohl unangenehm riecht. Hat sich mein Geruchssinn verändert oder der Blumenkohl in seinen Ausdünstungen? Der aktuelle war aus dem Bioladen, der letzte, kein Bioprodukt. Faszinierend auch, dass etwas, was so mild schmeckt, eigentlich kaum einen Eigengeschmack hat, so intensiv riechen kann.

Ich habe vor einigen Tagen einen schönen Blumenkohl gekauft und gekocht. Pur gegessen mit Kartoffeln. Sehr lecker. Allerdings habe ich nicht das ganze Exemplar aufessen können. Fand ich nicht schlimm, lässt sich ja auch einen Tag später nachholen. Da hatte ich allerdings keinen Appetit auf Blumenkohl. Aber eine Freundin zu Besuch. Sie war höflich genug den Geruch nicht anzusprechen. Der Blumenkohl jedoch gab alles, um meinen Lüftungsbestrebungen entgegen zu duften. Ich konnte mich dennoch nicht durchringen, ihn zu entsorgen. Also habe ich einen Tag später einen Auflauf produziert. Roch, oh Wunder, natürlich auch noch nach Kohl. Und leider schaffte ich es wieder nicht, das ganze Gericht aufzuessen und Lüften half auch diesmal nicht, den Geruch aus meiner Wohnung zu vertreiben. Was doof war, denn ich hatte wieder Besuch. Höflichen Besuch.

Aber mir ging der Geruch sehr auf den Keks, als ich im Bett lag. Fenster geöffnet. Aber das wusste ich ja nun, dass der Blumenkohl sich davon nicht beeindrucken, eher gehörig provozieren ließ.

Am nächsten Abend aß ich den Blumenkohlauflauf auf, aber die Form, in der ich ihn war machte, musste ich erst einmal einweichen. Gestern nun habe ich die Form gereinigt, aber ich habe nicht daran gedacht, dass sich im Müll noch ein paar Blumenkohlabfälle befanden.

Ich freue mich schon darauf, dass ich gleich den Müll runterbringen und damit das aktuelle Geruchskapitel beenden kann.

Aber kann es wirklich sein, dass ich einen Blogbeitrag zum Thema Blumenkohlgeruch geschrieben und veröffentlicht habe? Dann ist es vermutlich auch nicht seltsam, dass ich dem Blumenkohl gegenüber ein schlechtes Gewissen habe. Ich befürchte irgendwie, dass die öffentliche Erwähnung seines Geruchs seine Gefühle verletzt.

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