Lachkrampf

Heute hatte ich einen Lachkrampf. Leider musste ich sehr viel Energie aufbringen, ihn zu unterdrücken. Dies gelang mir jedoch nur mittelmäßig.
Also saß ich tränenüberströmt in einem Restaurant und versuchte mit Atemübungen und essen und trinken möglichst normal auszusehen.

Der Auslöser: Im Außenbereich des Restaurants war ein Mann mit seinem Stuhl im Kies versunken und in Zeitlupe umgekippt. Das schlimme dabei: Der Mann fand dies ganz und gar nicht witzig. Dabei war ihm eigentlich nichts passiert. Nur etwas Staub auf seiner Hose. Mit grimmigen Blick schaute er sich um und ging ins WC. Dort brüllte er laut „Scheiße“.
Derweil brachte die Kellnerin das Essen für ihn und seine Frau. Diese griff sofort zu und aß, während er sehr lange im WC blieb. Vielleicht hatte er ja einen schlechten Tag. Ich befürchte jedoch, dass sein Sturz ein großes Problem für sein Ego darstellte und er in der Toilette überlegte, wie er nun ohne Gesichtsverlust wieder ans Tageslicht treten könnte. Als er wieder herauskam, war er immer noch wütend und blieb sehr lange neben dem Tisch stehen, während seine Frau weiterhin aß. Er fluchte vor sich hin, probierte den Stuhl aus, stand wieder auf und setzte sich dann schließlich auf die andere Seite des Tisches. Um sich dann schlussendlich doch zu beruhigen und sich in puncto Essen seiner Frau anzuschließen.

Ich hatte – im Gegensatz zu seiner Frau – arge Schwierigkeiten mein Essen entspannt hinter mich zu bringen. immer wieder musste ich mit einer Lachkrampfwelle kämpfen und mir die Augen trocknen. Es war klar, dass der Mann das Geschehen gar nicht witzig fand. Mein Lachen aus seiner Sicht also ganz und gar nicht angebracht.

Und dies ist ja das bezeichnende für (meine) Lachkrämpfe. Sie treten sehr oft in Situationen auf, in denen Ernst angesagt ist.
Ich habe gerne Lachkrämpfe. Und leider viel zu selten. In der Schulzeit hatte ich sehr viele. So viele, dass mein Klassenlehrer mich einmal im Unterricht hinauswarf und zum Direktor schickte. Dieser schickte mich recht bald wieder zurück in den Unterricht. Er fand Lachen nicht so schlimm, wo es doch meist so wenig Anlass dazu gäbe.
Ich gebe zu, dass mein Lachen in diesem Fall tatsächlich damit zu tun hatte, dass ich Widerstand geleistet habe. Ich fand meinen Klassenlehrer grauenvoll.

Habe noch nie darüber nachgedacht, woher Lachkrämpfe eigentlich kommen und ob die in der Regel mit Widerstand zu tun haben. Mir fallen auch tatsächlich eher unpassende und sehr ernste Situationen ein. Aber es gibt auch die Lachkrämpfe, die einfach lustig sind.

Ein herzliches Dankeschön an den grimmigen Mann aus dem Restaurant. Er hat mir meinen Tag versüßt. 🙂

 

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