Reisen bildet

Ich bin im Urlaub. Alleine. Und wenn dies der Fall ist, frage ich mich ganz oft, was ich im Urlaub eigentlich suche. So eine richtige Antwort habe ich noch nicht gefunden. Ich weiß nur, dass ich gerne Urlaub mache. Und viele der Eindrücke lange in mir ’speichere‘.
Vor ein paar Jahren habe ich festgestellt, dass es mir gut tut Ziele zu haben. Vermutlich ein Grund, warum ich gerne nur den Flug buche und mir vor Ort ein Zimmer suche. Alleinurlaube, in denen ich das anders gemacht habe, waren eigentlich alle furchtbar. Auch, weil die Unterkunft nie so war wie ich sie mir vorher ausgemalt hatte. Immer fehlte etwas.

In diesem Urlaub habe ich mir für die erste Nacht ein Zimmer gebucht. Wenn ich abends an einem Ort ankomme, finde ich das angenehmer, zu wissen, wo ich hin muss. Den gebuchten Ort zu finden, ist in der Regel schon aufregend genug.

Dass mein Zimmer nicht so schön sein würde, konnte ich sowohl den Bildern als auch den Bewertungen anderer entnehmen. Es war wirklich schrecklich. Und ein wenig unter Wasser gesetzt. Der Vermieter kam mit einer Taschenlampe bewaffnet vorbei und wischte das Wasser auf. Wir einigten uns darauf, dass das für eine Nacht kein Problem sei. Ich vermutete, dass das Wasser aus dem abgeschalteten Kühlschrank kam.
Ich war nach Anblick des Zimmers sowieso nicht ganz sicher, ob ich meine Schuhe und die restliche Kleidung überhaupt ablegen sollte.
Aber ich hatte das Zimmer ja auch wegen der Lage ausgesucht und die war super. Ganz nah an der Fähre, die ich am nächsten Morgen ganz früh betreten habe.

Ein weiteres Ziel in meinen Urlauben, ist das Finden von Internetcafes. Zum Kontakt mit der Außenwelt. Wie oft habe ich schon in total abgefahrenen Internetcafes neben zockenden jugendlichen Einheimischen gesessen.
Leider ist es tatsächlich so, wie es der Reiseführer beschrieben hatte. Die Leute haben ihre eigenen Geräte dabei und es gibt immer weniger von diesen Cafes. Dafür aber eigentlich überall WLAN. Ich habe auch mein eigenes Gerät dabei. Ein Smartphone und eine externe Tastatur. Dieser kleine Bildschirm macht mich auf Dauer rasend und auch die Tastatur macht nicht das, was ich will. Vielleicht finde ich ja doch noch ein Internetcafe. Richtig schlimm finde ich ja, dass mein Handyvertrag es zulässt, dass ich kostenlos jederzeit mein eigenes Netz nutzen könnte. Eine SMS meines Providers über die Roaming-Kosten, die ich ja gar nicht haben dürfte und die Tatsache icht gefällt auf einer Reise jederzeit ins Netz zu können, haben mich bisher abgehalten, die vermeintliche Freiheit zu nutzen. Ich finde es O.K., wenn die Einheimischen am Strand telefonieren und auf ihr Handy gucken, aber wenn wir das alle machen…nee.
Ich will mich lieber übers WiFi im Cafe oder in der Unterkunft freuen.
Muss mich wohl doch für hohe Roamingkosten im Ausland einsetzen.

Ein weiteres Ziel im Urlaub: Bücher finden. Ich nehme immer ein paar Bücher mit. Leider nie die guten, damit ich die ausgelesenen Bücher nicht im ganzen Urlaub mittragen muss. Sondern welche, von denen ich mich leicht trennen kann. Da ich aber eigentlich nur im Urlaub Bücher lese, komme ich selten dazu die wirklich guten Bücher, die ich besitze auch mal zu lesen.

Ich könnte mir natürlich ein eBook kaufen, dann hätte ich ganz viele Bücher dabei. Aber ich habe ungerne viel Technik dabei und bin beim Lesen vom Strom abhängig. Ein nicht so anspruchsvolles Buch darf ruhig etwas Sand abbekommen.

Dementsprechend erfreut war ich über die Bücherecke, in meiner zweiten Unterkunft (übrigens eine viel, viel schönere als die in der ersten Nacht).

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Wobei 90% der Bücher in skandinavischer Sprache geschrieben sind. Aber ein paar habe ich dann doch noch gefunden.

Unter anderem dieses hier:

Sommerliebe

Ich gebe zu, dass ich die ersten Seiten verschlungen habe. Da Reisen ja bekanntlich bildet, muss ich mich schließlich auch Literatur offen zeigen, die ich mir NIE kaufen würde.
Allerdings fiel mir nach 30-40 Seiten, die Untersuchung ein, von der ich mal gelesen hatte, dass Urlaub dumm machen würde. Nun ja, bei Büchern wie diesem besteht tatsächlich eine gewisse Gefahr.
Daher habe ich es vorsichtshalber und weitgehend ungelesen wieder auf den Stapel gelegt, ganz nach unten, damit niemand auf den Gedanken kommen kann, dass ich solch Schundliteratur auch nur in Erwägung gezogen habe…


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