Umzugskartons

Sonntagnachmittag. Draußen regnet es. Kuchen und Kartoffelsalat sind zubereit. Die Geschirrspülmaschine ist ausgeräumt, die Waschmaschine angeworfen. Unterbrochen durch kurze Päuschen (z. B. Xing-Profil aktualisieren) bin ich heute mit dem Aufräumen meiner Wohnung beschäftigt. Morgen bekomme ich Besuch und das ist doch ein prima Anlass für eine Grundreinigung.

Auf Facebook habe ich vor einer Weile mal einen Artikel gefunden, in dem beschrieben war, wie man seine Wohnung innerhalb kürzester Zeit aufräumt. Und zwar in den wenigen Minuten, die der Spontanbesuch von der Haustür in die Wohnung braucht. Es waren nette Tipps dabei. Im Prinzip ging es darum, die herumliegenden Gegenstände in ungenutzten Freiräumen verschwinden zu lassen wie beispielsweise dem Herd oder der Waschmaschine. Glücklicherweise wohne ich in der dritten Etage. In einem Haus ohne Fahrstuhl. Genügend Zeit, um Gegenstände aus dem Flur kurz wegzuräumen oder eine Zimmertür zuzumachen, um dann dem Paketboten entspannt die Tür öffnen zu können.

Vor ein paar Jahren habe ich eine Freundin damit beeindruckt, dass in meinem Schrank Ordnung herrscht. Tatsächlich ist es so, dass man bei mir jederzeit eine spontane Schrankkontrolle durchführen könnte. Ich würde sie bestehen.

Es gibt allerdings einen Ort in meiner Wohnung, der meinen Liebsten in den Wahnsinn treibt:
Die Werkzeugecke. Wobei die Bezeichnung Rumpelecke besser passen würde. Steht bestimmt auch in einem der vielen Aufräumratgeber, dass jede Wohnung einen solchen Aufräumfreiraum braucht. Aber es nervt ja doch ziemlich, dort etwas finden zu wollen. Unpraktischerweise habe ich immer nur dann Lust diese Ecke aufzuräumen, wenn es gerade total ungünstig ist: Kurz bevor ich Besuch bekomme. Also heute hätte ich auch große Lust mich diesem Projekt zu widmen. Was aber, wenn ich damit nicht fertig werde und dann kurz bevor die Gäste kommen all das vorsortierte Gerümpel unsortiert in die Ecke pfeffern muss? Die Ecke befindet sich direkt im Eingangsbereich.

Was mich beim Thema Aufräumen jedoch derzeit am meisten beschäftigt, ist eigentlich weniger die Tatsache wie schnell man eine Unordnung beseitigt, sondern wie schnell sie entsteht. Ein Wäscheständer, zwei Teller und ein paar herumliegende Papiere und schon sieht es total chaotisch aus. Gerade noch gestaubsaugt und ein paar Tage später liegen wieder Staubhäufchen in den Ecken.

Ich gebe ja zu, dass es total befriedigend ist, so wie heute geschehen, einen großen Stapel Papier in der Altpapiertonne zu entsorgen und Ungenutztes Zeugs in den Keller zu bringen. Aber jeden Tag? Ist es wirklich unsere Bestimmung jeden Tag aufräumen zu müssen?
Ich weiß nicht…

Und noch eine Sache, die mich in diesem Zusammenhang beschäftigt: Wenn in amerikanischen Spielfilmen Mitarbeiter_innen entlassen werden, dann packen diese ihre Sachen immer in so kleinen handlichen Kartons zusammen. Auch wenn sie überraschend gekündigt wurden, ALLE haben diese Kartons zur Hand. Gehört das in den USA zur festen Firmenausstattung? Ähnlich wie Feuerlöscher? In jedem Stockwerk ein großes Kontingent an Umzugskartons, falls es zu fristlosen Kündigungen kommen sollte? Haben die vielleicht auch eine andere Aufräumkultur?
Da kann ich ja mal drüber nachdenken, während ich die Wäsche aufhänge.

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