Butter oder Margarine

Eigentlich immer, wenn ich in einer Gruppe erzähle, dass ich bis vor wenigen Jahren mit Butter überhaupt nichts anfangen konnte, sondern lieber Margarine gegessen habe, komme ich fast nie dazu meinen Satz zu beenden. Stattdessen werde ich mit Tipps und Anregungen zum Thema Butter überschüttet, die ich kaum abwehren kann: „JETZT esse ich doch Butter.“

Ich hätte es mir ja auch nie träumen lassen, dass ich mal vollkommen auf Butter umsteige. In meiner Familie wurde Margarine gegessen. Mein Großvater verkündete bei den Familienabendbrotmahlzeiten auch immer die aktuellen günstigsten Margarinepreise seiner Lieblingssorte. In der Wohngemeinschaftszeit mit einer Butteresserin gab es immer beides im Kühlschrank und seitdem ich mit einem Butteresser zusammen bin, habe ich diese Tradition fortgeführt.

Natürlich habe ich auch mal mein Brot mit Butter bestrichen, aber meine erste Assoziation mit Butterbroten sind die Lunchpakete, die es auf Reisen früher gab – mit zwei geschmierten Brötchen. Und in der Regel mit richtig dick Butter drauf. Wenn ich nicht darauf achtete diese auf Busreisen abzukratzen landete das Brötchen zusammen mit anderen Zutaten meines Magens in der Regel in einer kleinen Papiertüte oder in großen Eimern.
Beim Gedanken an mit Butter gefüllten Laugenbrezeln in Veranstaltungsorten wie beispielsweise der Urania sehr beliebt, schüttelt es mich noch immer.

Aber wie gesagt, mal von diesen unangenehmen Assoziationen abgesehen, komme ich mittlerweile mit Butter sehr gut klar. Es ging sogar so weit, dass ich Margarine im Supermarkt gar nicht mehr wahrgenommen habe. Ich war der Margarine völlig entfremdet.
Neulich jedoch brauchte ich Margarine zum Backen eines veganen Kuchens. Und da ich den Rest der Packung nicht wegschmeißen sollte, aß ich wieder Margarine. Anfangs fand ich das noch seltsam: Was für ein künstliches Produkt.
Dann fing ich an mich zu freuen wie leicht es doch sein kann ein Brot gleichmäßig zu bestreichen.
Ich verstand nun, warum die Butterfraktion immer auf mich einredete: Sie befürchteten, dass ich zu den Butterabtrünnigen gehören könnte.

Nun passierte aber etwas Seltsames: ich backte noch einen veganen Kuchen und schaffte es damit die Margarinereste fast aufzubrauchen.
Und kaum war die Packung leer, interessierte mich die Margarine auch nicht mehr. Eine weitere zu kaufen kam mir nicht in den Sinn.
Butter schmeckt einfach besser.

 

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