Kulturschock

Ich liege auf dem Bett in meiner Unterkunft und stelle fest ich habe sowas wie einen Kulturschock.
Nach zwei Wochen auf einer sehr beschaulichen Insel, bin ich gestern nach 5 Stunden Bootsfahrt auf einer großen Insel gelandet. Vom Hafen aus bin ich durch ein Tor getreten und war echt geschockt.
Ein unglaubliches Gewusel erwartete mich.
Im mittelalterlichen Stadtkern der Inselhauptstadt reiht sich ein Restaurant ans nächste, es gibt hunderte von Geschäften, und tausende von Touristen.
Ich war echt überfordert, denn jedes Innehalten oder den Blick mal schweifen lassen wurde sofort als Gesprächsanlass wahrgenommen. „Oben. Terrasse. Ausblick. Schön. Deutschland?“ – eine der beeindruckendsten Ansprachen. Irgendwann war ich hungrig, dass ich meine goldene Regel nicht mehr in Restaurants zu gehen, bei denen die Speisekarten ausschließlich aus bunten Fotos bestehen, gebrochen habe. Schöner Garten, in dem ich da saß. Ich tippte auf eines dieser bunten Bilder und konnte mich nur schwer daran gewöhnen, dass der Kellner Deutsch sprechen konnte. Vermutlich fand er mich bescheuert, weil ich immer wieder ins Englische rutschte.
Die bestellte Sprite kam in einem großen Weißbierglas, das Brot schmeckte alt und der Salat sandig. Als ich ein Gemüse nicht identifizieren konnte und auf Englisch nachfragte und der Kellner auf Deutsch zu mir meinte „Zwiebel“ war mir letzteres peinlich, und ich insgesamt schon leicht bedient. Nach Erhalt der Rechnung war ich vollends von den Socken. So teuer und so schlecht hatte ich bisher nirgends gegessen.

Ich lief anschließend noch ein wenig durch die bunt beleuchteten Gassen, die sich in der Dämmerung immer mehr mit Touristen füllten und entschied mich in meine Unterkunft zurückzukehren.
Diese lag unweit des Hafens mitten in der Altstadt in einer Seitengasse. Ich setzte mich dort noch einige Minuten auf die Dachterrasse und genoss den Blick über die Altstadt.
Ich war nicht sicher, ob ich lachen oder weinen sollte.
Mal vom Essen abgesehen, das eindeutig schlecht und überteuert war, war es ja eigentlich schön zu wissen, dass ich am nächsten Tag die Zeit mit einer ausgedehnten Shoppingtour verbringen könnte, andererseits hatte ich keinen einzigen Ort gesehen, an dem ich mir hätte vorstellen können mal etwas zu relaxen.
Hinzu kam, dass die Unterkunft zwar irgendwie ihren Charme hat, große Räume (ich hatte zwei plus Bad für mich alleine) mit hohen Decken und Steinfußboden und diese riesige Dachterrasse. Andererses entspricht der Standard bdem eines
schlechten Hostels.
Nach einer hier verbrachten bin ich wirklich bedientNacht und Tageslicht, werde ich mich heute dann doch in die Dusche trauen, gestern war ich da aber noch nicht so sicher.
Unglaublich jedoch, was sich hier in der Nacht abgespielt hat. Die Musik aus einer angrenzenden Bar fand ich noch sehr nett, die lauten, vereinzelten Gespräche und Rufe schon weniger, die Roller, die Flugzeuge, das Geklappere der Türen und die Bauarbeiten, an einem Sonntagmorgen um 7.30 Uhr schaffte ich beim besten Willen nicht zu überhören.

Nun habe ich heute also noch 11 Stunden Zeit bis zu meinem Abflug und muss mal schauen wie ich diese gut gestalten kann.
Erste Station ist nach Dusche und Frühstück erst einmal der Busbahnhof. Vielleicht mache ich ja noch einen Ausflug.

Update: Es gibt sie natürlich auch hier die schönen Orte. Glücklicherweise habe ich den ersten gleich um die Ecke von meiner Unterkunft gefunden und sehr lecker gefrühstückt.
Aber eine Frage stellt sich mir schon den ganzen Tag: gibt es wirklich Kund*innen, die gerne von den Kellner angesprochen und so ins Restaurant gelockt werden soll? Ich kann das echt nicht glauben.

Update II: Also jetzt bin ich wirklich bedient. Wieder in einem Restaurant mit bunten Bildern gelandet. Schlechtes Essen und die Rechnung höher als erwartet, da die ungefragt hingestellte Beilage natürlich ordentlich kosten sollte. Übrigens das einzig genießbare dieses Essens. Aber diesmal habe ich nur das gezahlt, was ich auch bestellt hatte.
Nun warte ich auf die laut Buchungsstelle immer besetzte Rezeption bzw. die Frau, die diese verkörpert, um mein Gepäck entgegen zu nehmen. Manno.

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