Filmschnitte

Ich habe es ja geahnt und heute ist es dann auch passiert. Und obwohl ich es geahnt habe, habe ich hingeguckt. Zoom auf das Gemüse und die Akteurin mit dem Messer in der Hand und *zack* hat sich diese in den Finger geschnitten. Warum muss das eigentlich immer sein? In Filmen wird unglaublich viel Gemüse geschnitten. Und immer wird rangezoomt. Aber nicht immer in den Finger geschnitten, aber ziemlich oft. So dass ich eigentlich immer weggucke. Was ist eigentlich so spannend am Gemüseschneiden? Außer für mich, die ich den Schnitt fürchte.

Vermutlich wird hier nach den Prinzipien gehandelt, die auch im Improvisationstheater gelten: Die Protagonisten sollen im Gespräch irgendeiner Tätigkeit nachgehen.

Dies ist vermutlich auch der Grund, warum insbesondere in amerikanischen Serien so unglaublich viel Tee oder Kaffee gekocht und eingegossen wird. Und dies in beeindruckend großen Bechertassen. Trinken die Amis ihre Heißgetränke wirklich alle aus so großen Bechern? Würde mich ja freuen, denn den Sinn von kleinen zarten Kaffeetäschen habe ich bis heute nicht verstanden.

Wenn wir schon bei Dingen sind, die ich nicht verstehe: Ist das im echten Leben wirklich so, dass man wichtige Inhalte bespricht, indem man seinem Gesprächspartner den Rücken zudreht und beim Reden aus dem Fenster schaut? Muss ich vielleicht mal ausprobieren. Kann man das auch im Büro machen?

Womit ich beim Glotzen gar nicht klarkomme ist die permanente Wiederholung von immer der gleichen Werbung in (Mediatheks-)Serien. Ich hatte über Monate eine ausgeprägte Fantaphase. Wenn Softdrinks, dann Fanta.
Nun hat Fanta wohl offensichtlich eine Werbekampagne am Start und ich glaube, wenn ich noch einmal diesen Spot sehen muss, flippe ich aus. Immerhin haben sie den Spot zusammengekürzt und ich bin fasziniert, wie man mit ein paar gezielten Schnitten etwas verändern kann. Und es geht in dem Spot um Mitgestaltung durch Jugendliche. Etwas, das mich aus beruflichen Gründen interessiert. Interessant übrigens auch die Geschichte der Fanta.

Jetzt jedenfalls mache ich erst einmal einen Schnitt und veröffentliche diesen Post. 🙂

Sportlehrerin

Ich habe neulich mal gelesen, dass man im Berufsleben die Kleidung tragen soll, die zu dem Job passt, den man gerne hätte. Wenn es danach geht, wäre ich wohl gerne Sportlehrerin. Also nicht, dass ich jemals in Jogginghosen zur Arbeit gekommen wäre oder die Absicht hätte dies zu tun. Aber eigentlich fände ich es sehr attraktiv, wenn ich im Job eine Position erreicht hätte, die mir das Erscheinen in Jogginghosen ermöglichen würde. Ist vielleicht auch nur eine Frage der Coolness, denn in meinem Berufsfeld bewegen sich einige Menschen, die konsequent in Kleidung erscheinen, die ich eher bei der Gartenarbeit tragen würde. Bei denen läuft es beruflich sehr gut.

Neben der Businessklamotte gibt es ja auch noch die Möglichkeit, einen Künstlerlook zu tragen. Aber bei dem läuft es dann doch wieder auf Schnitte und Materialien hinaus, die ich als unbequem empfinde. Und beim Einkaufen lande ich irgendwie immer bei den gleichen Kleidungsstücken, obwohl ich mir redlich Mühe gebe, schickere Businessklamotten zu kaufen.

Am Wochenende war ich in einem Kaufhaus mal wieder auf der Suche nach geeigneter Arbeitskleidung. Ich habe nichts gefunden, aber prompt eine Kooperationspartnerin getroffen. Ich habe danach kurz gecheckt, ob meine Freizeitkleidung noch im Rahmen war. Sie war es. Aber ist ja schon traurig, dass ich selbst in meinem Lieblingskaufhaus und in meiner Freizeit aufpassen muss, das ich halbwegs gut gekleidet aussehe. Komme mir schon vor wie ein Star, der nicht ungeschminkt aus dem Haus gehen kann. Die haben es ja auch nicht leicht, die Stars.

Vielleicht wäre ja auch ein Job für mich der richtige, bei dem ich Arbeitskleidung tragen muss/darf: Ärztin, Ikea-Mitarbeiterin, Stewardess, Polizistin, Mitarbeiterin einer Fastfoodkette… Wobei ich ja sicher bin, dass an mir die Uniformen ganz unmöglich aussehen würden. Das tun die klassischen Businessklamotten nämlich auch schon.
Ich bräuchte offensichtlich eine permanente Shoppingbegleitung und -beratung. Und vermutlich einen besser bezahlten Job, um mir die Shoppingberatung und die Klamotten leisten zu können.

Man könnte von einem Teufelskreis sprechen.

 

 

 

Reisen

Ich habe neulich in einem Artikel von einem Paar gelesen, das seine Reise anders angehen wollte. Und vor dem Abflug zu Fuß zum Flughafen und nach der Ankunft vom Flughafen in die Innenstadt gelaufen ist. Sie wollten sich damit fernab der altbekannten Pfade bewegen. Und haben während ihres Weges ihre Heimatstadt mit neuen Augen gesehen.

Das geht mir auch oft so, wenn ich mal in einen anderen Bezirk gehe oder nach der Arbeit einen Schlenker fahre. Ich erlebe meine Stadt mit ganz anderen Augen und es stellt sich ziemlich schnell ein Urlaubsgefühl ein. Das liebe ich so am Reisen, ich tauche sehr schnell in eine andere Welt ein und nehme meine Umwelt ganz bewusst wahr.

Allerdings hat das Reisen auch etwas sehr Existenzielles, zumindest so lange, bis ich endlich meine Unterkunft gefunden habe. In privaten Urlauben suche ich mir die Unterkunft meist vor Ort. In meinem Lieblingsreiseland muss ich sie meist gar nicht suchen, sondern sie findet mich.
Auf Dienstreisen jedoch buche ich die Unterkunft immer im voraus und muss sie dann auch finden. Das Nicht-sofort-finden hat mich schon oft in die Verzweiflung getrieben. Es gibt auf der Welt einfach zu viele unausgeschilderte Straßenecken. Und Ansagen wie „300m nördlich“ empfinde ich als gar nicht hilfreich. Jedenfalls so lange mir niemand sagen kann, wo sich der Norden in dem Moment und ganz konkret befindet.

Was ich ja bei Dienstreisen schade finde ist, dass ich es kaum schaffe, etwas von der Umgebung zu sehen. Mal von den Umwegen abgesehen, die ich beim Versuch mein Hotel zu finden, gehe. Ich liebe die Dienstreisen dennoch. Eben weil ich das Eintauchen in diese anderen Welten mag.
Und selbst auf den Wegen vom Bahnhof zum Hotel und zum Tagungsort bekomme ich schon einiges mit. Die Leute sind anders gekleidet, die „U-Bahn“ entpuppt sich als „Tram“, es gibt regionale Spezialitäten und oft riecht die Luft auch ganz anders.

Faszinierend beim Reisen finde ich ja auch immer wieder, dass man wildfremden Menschen viele Stunden räumlich sehr nahe ist. Besonders schlimm ist dies bei Flugreisen. Obwohl ich bei Flugreisen ja sehr schätze, dass die Anzahl der Stunden, die man seinen Nachbar*innen so nahe sein muss, erheblich reduzieren kann. Aber dennoch ärgert es mich immer wieder kolossal, wenn ich den Mittelplatz erwischt habe und beide Nachbarn (es sind leider wirklich meist die Männer) beide Lehnen beanspruchen. Neulich hatte ich immerhin das Glück, dass mir meine Mitreisenden die Lehnen überlassen haben. Ein Nachbar, der der Stewardess ein großzügiges Trinkgeld gegeben hätte, wenn sie ihm Scheine statt Kleingeld zurückgegeben hätte, fragte mich, ob er in die Zeitungen, die ich dabei hatte, hineingucken könne. Er würde einen bestimmten Artikel suchen. Da ich die Zeitungen gerade kostenlos von der Fluggesellschaft angeboten bekommen hatte, erlaubte ich ihm den Zugriff natürlich gerne. Meine Zeitungsgier ist mir immer ein wenig peinlich, aber ich kann nicht anders.
Mein Nachbar suchte sehr intensiv und lautstark nach diesem Artikel. Nachdem er mit meinen Zeitungen fertig war, sahen sie eher nach einem Altpapierhaufen aus. Den er dann auch achtlos in die Tasche des Sitzes vor ihm stopfte.

Zeitungshaufen
Ich lese Zeitungen ja am liebsten vor oder auf dem Flug, so dass es durchaus sein konnte, dass ich die von mir noch ungelesenen Zeitungen niemals lesen würde. Andererseits fand ich es schon ziemlich empörend, dass er nun auch noch seinen Müll zwischen die Zeitungen stopfte, in die er ja nur hatte reingucken wollen. Kurz vor dem Abschluss der Landung bat ich ihn dann doch, mir meine Zeitungen wieder zu geben. Daraufhin guckte er irritiert und erklärte mir dann aber lächelnd, dass die aktuelle Ausgabe dieser Zeitungen ja nun bereits erschienen seien. Und dass ja nichts älter sei, als eine alte Zeitung. Das fand ich ja nun wirklich super bescheuert. Warum hatte er 20 Minuten zuvor noch so intensiv in uralten Zeitungen geblättert? Oder diente das wilde Umblättern lediglich dem Agressionsabbau?
Nun ja, das wiederum ist ja das Schöne am Reisen, man sieht solche Menschen meist nie wieder.

Nach dem Flug bin ich mit den Öffentlichen nach Hause gefahren. Immerhin auf einer anderen Busroute als sonst. Aber Laufen vom Flughafen nach Hause, dies kann ich mir nur bei einem Nahverkehrs-Streik vorstellen. Denn es gibt fast nichts, was ich mehr hasse beim Reisen, als langes Laufen mit meinem Reisegepäck.

Schokopudding

In letzter Zeit habe ich des öfteren Schokoladenpudding gekauft und gegessen. Sehr erstaunlich angesichts der Tatsache, dass ich eigentlich keinerlei Puddings mag. Ich würde jetzt gerne behaupten, dass ich eben zur Zeit sehr aufgeschlossen bin. Schließlich habe ich gerade erst eine ungeliebte Melone gekauft und gegessen.
Ich befürchte, es liegt eher daran, dass ich die falschen Sendungen gucke bzw. auf Facebook unnütze Dinge tue. Durch eine Assoziationskette fiel mir gestern auf, dass ich ja schon lange nichts mehr von Daniela Katzenberger gehört habe. Und beim Gedanken an Daniela Katzenberger fiel mir ein, dass ich neulich ein Video von ihr geguckt habe. In diesem plauderte sie aus ihrem Leben und aß dabei Schokopudding. Kurze Zeit später beobachte ich mich dabei, wie ich im Supermarkt Schokopudding kaufte.

Ich bin ein wenig erleichtert, dass mir wirklich kein Promi einfällt, den ich gerade erst Melonen habe essen sehen. Ein wenig scheine ich ja doch noch die Herrschaft über mich zu haben.

Apropos Essen. Mich beschäftigt gerade die Frage, warum ich derzeit Kuchen lieber backe als ihn zu essen. Und ich backe nur Kuchen, die ich wirklich lecker finden müsste. Vor zwei Tagen z.B. einen Schoko-Kirsch-Apfel-Kuchen. Im Prinzip schmeckt er auch, aber ich bin irgendwie durch damit. Ging mir mit dem Zitronenkuchen neulich auch so. Glücklicherweise gibt es in meinem nahen sozialen Umfeld einen fleißigen Kuchenesser, der den aktuellen Kuchen als ausgesprochen lecker befunden hat.

Jetzt muss ich erst einmal aufhören zu schreiben und den heutigen Einkauf überprüfen. Habe ich weitere ungewöhnliche Produkte eingekauft oder bewege ich mich auf den üblichen Pfaden?

Melone

MeloneIch habe mir heute eine Melone gekauft. genauer gesagt eine Cantaloupe-Melone. Und dies, wo ich eigentlich nur Wassermelonen mag. Aber gestern im Salat war ein kleines Stückchen Melone dabei und das war eigentlich ganz O.K. und ein paar Vitamine gegen meine Erkältung zu essen hielt ich für eine gute Idee. Nun ja unter medizinischen Aspekten war es das sicherlich. Geschmacklich musste ich mal wieder feststellen, dass ich wirklich nur Wassermelonen mag. Bedauerlicherweise habe ich gelesen, dass „angeschnittene Melonen sollten am besten sofort verzehrt werden, da sich in der Netzstruktur Salmonellen befinden können„. Also habe ich die ganze Melone in zwei Portionen aufgegessen.

Und frage mich, warum der Rest der Menschheit so gerne Zuckermelonen isst. Das ist so ähnlich wie Frühstück im Bett. Darauf stehen total viele Leute, zumindest wenn ich dem Fernsehen glaube. Der totale Liebesbeweis, wenn der Lebenspartner das Frühstück ans Bett bringt. Ich finde das total unattraktiv. Warum soll ich mir mein Bett vollkrümeln? Oder vollkleckern. Vielleicht ist das ja das attraktive daran? Die Cantaloupe-Melone hat schließlich auch ordentlich gekleckert…

 

 

Cut and Go

In Flugzeugen denke ich bei Starts und Landungen meistens, dass ich vielleicht doch den Zug hätte nehmen sollen. Ähnlich geht es mir bei Cut & Go Friseur*innen. Leider hat meine Lieblingsfriseurin eher selten spontan Zeit und so muss es dann manchmal doch die „Fastfoodvariante“ sein.

Dass sie in meinem Standardschnellfriseurladen nicht so viel Wert auf die Etikette legen, macht mir ja nicht so viel aus. Aber so ein kleines Hallo ist ja schon irgendwie ganz nett.
Neulich war ich in einem Elektromarkt und habe dem Verkäufer direkt eine Frage zum Sortiment gestellt. Er antwortete mit einem „Hallo“ und ich habe mich gefragt, warum ich die Begrüßungsformel in solch großen Läden meistens weglasse. „Hallo, wo finde ich denn die Toaster?“ Klingt eigentlich nicht so verkehrt, aber ich kürze meine Fragen dennoch meist direkt auf den Sachteil zusammen. Das hassen die Verkäufer*innen bestimmt.

Nun ja, vielleicht ist das ja mein Karma. Kein Hallo im Elektromarkt = kein Hallo im Friseurladen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Mitarbeiterin ziemlich doll erkältet war. Ich war nicht ganz sicher, ob ich – nachdem ich meine letzte Erkältung gerade überstanden hatte – das Einsammeln neuer Viren wirklich riskieren sollte.

Vermutlich hatte die Friseurin meine Gedanken gelesen, denn als ich dran gewesen wäre, verschwand sie in die Mittagspause. Nicht, dass sie mir das gegenüber erwähnt hätte, genauso wenig wie ihre Kollegin, die ebenfalls verschwand. Aber so hatte ich ausreichend Gelegenheit, meine E-Mailkorrespondenz zu erledigen. Nach einigen Minuten erschien dann die gesunde Kollegin wieder auf der Bildfläche. Meine schnelle Bereitschaft die obligatorische Haarwäsche mit diversen – natürlich kostenpflichtigen – Pflegeprodukten anzureichern, animierte sie, mir nicht so schöne Sachen über meine Haare mitzuteilen. Allerdings verstand ich nicht alles. Was sind denn aufgeplatzte Locken?

Mit einer Freundin hatte ich neulich drüber gesprochen, dass man als Führungskraft den Ball zurückspielen und den/die Mitarbeiter*in die Lösung finden lassen sollte. Meine Friseurin schien entsprechend gebrieft worden zu sein, denn sie fand, dass ich entscheiden sollte, wie kurz ich meine Haare haben will. Ich hätte hierzu ja lieber einen Vorschlag von ihr gehört. Sie weigerte sich jedoch. Allerdings zuckte sie ein wenig zusammen, als ich ihr mit den Fingern anzeigte, wieviel Haarlänge sie abschneiden könnte. Sie fand, dass Spitzenschneiden ausreichen könnte. Ich handelte ein „etwas mehr als die Spitzen“ heraus. Das gleiche Spielchen spielten wir bei meinem Scheitel. Sie fand, dass Mittelscheitel spießig sind. Im Prinzip entscheiden ja meine Haare, wohin sie sich scheiteln wollen. Mal gucken, ob ich mich morgen noch daran erinnere, welchen Scheitel mir die Friseurin verpasst hatte.

Interessant fand ich ja auch die folgenden Gesprächsstränge:
– Vergeblich versuchte ich ihr zu versichern, dass ich keinen Pony tragen würde, sie hatte jedoch eindeutige Indizien und strich mir meine Stirnhaare ins Gesicht. Zugegeben, so sah es aus wie ein Pony.
– Als nächstes fragte sie mich nach den Haarpflegeprodukten, die ich benutzen würde und für sie stand fest, dass diese Sorte der Glättung von Haaren dienen würde. Meinen Hinweis, dass auf den Packungen etwas von „Traumlocken“ stehen würde, ignorierte sie. Ich überlegte, ob ich ihr eine Wette anbieten sollte. Aber wer weiß, vielleicht war das die Erklärung für meine „aufgeplatzten Locken“?
– Sie fand die Sonne „da draußen“ sehr schön. Ich stimmte ihr zu, wagte jedoch zu erwähnen, dass es in der direkten Sonne ja doch recht krass sei. Ich fand, dass mein sonnengerötetes Gesicht, meine Aussage unterstreichen könnte. Sie sah das nicht so.
– Faszinierend fand ich ja auch, ihre Beurteilung der Umgebung des Friseurladens und der Leute, die dort wohnten. Ich wagte nicht ihr zu widersprechen oder gar zu erwähnen, dass ich in der Nachbarschaft wohnen würde. Aber immerhin brachte ich auf diese Weise in Erfahrung, dass Leute wie ich nach dem 20. eines Monats nicht mehr zu Friseur gehen.

Bis zuletzt konnte sich die Friseurin nicht entscheiden, ob sie mich nun duzen oder siezen sollte und wechselte daher ständig zwischen Du und Sie. Na immerhin etwas, wo sie keine feste Meinung zu haben schien.

Obwohl sie das sonnige Wetter so stark verteidigt hatte, fand sie es ja schon recht verwegen von mir, dass ich den Salon mit nassen Haaren verlassen wollte. Und behauptete nun, dass es draußen recht kalt sei. Ich ließ das mal so stehen und radelte nach Hause.
Dort angekommen waren meine Haare dann auch schon getrocknet. Und als ich in den Spiegel sah, wusste ich endlich, was sie mit „aufgeplatzten Locken“ meinte.
Das ließ sich zwar mit etwas Haarpflege beheben, aber meinen nächsten Haarschnitt lasse ich dann vielleicht doch lieber von meiner Lieblingsfriseurin vornehmen. Vielleicht klappt es ja nach dem 20. eines Monats auch mal spontan bei ihr…

Schallendes Gelächter

Manche Leute gehen ja zum Lachen in den Keller. So weit würde ich nicht gehen, aber eines wird man von mir nicht hören: Schallendes Gelächter. Mein Liebster hat daher neulich nicht schlecht geguckt, als ich recht laut das Lachen eines anderen imitierte. Ich habe selber nicht schlecht gestaunt, dass ich so laut lachen kann.

Da Lachen ja bekanntlich gesund ist, frage ich mich, ob besonders lautes Lachen, besonders gesund ist. Falls das der Fall sein sollte, habe ich heute meinen Beitrag zur Gesundheit anderer geleistet, indem ich sie zum Lachen gebracht habe. Ich muss zugeben, dass ich schon ein wenig von mir selbst beeindruckt war, denn ich habe einfach nur vier Fahrscheine gekauft.
Die hatten sie schon ausgedruckt, erzählte mir die Verkäuferin, Und als ich mich freute, dass sie auf mich gewartet haben und dies anscheinend schon seit dem Vorabend und dass es mir leid täte, dass ich erst so spät gekommen sei, gabe es den ersten unglaublich lauten Lacher. Die Verkäuferin sagte, dass die neue Mitarbeiterin sich verdrückt hätte. Ich sagte: „Oh, verdrückt. Sie kommt also nie wieder?“ Und schwupp gab es den nächsten lauten Lacher.

Laute Lachgeschichten aufzuschreiben, in der Hoffnung, dass jemand versteht, wie beeindruckend schlagfertig ich heute morgen war, funktioniert ja nicht so richtig. Drum sei nur erwähnt, dass ich kurz nach dieser sehr fröhlichen Begegnung einen Kollegen traf, der ähnlich laut und lachend auf meine Bemerkungen reagierte.

Angesichts dieser Lacherfolge habe ich still und leise in mich hineingelächelt. Ich bin eine Leiselacherin. Besonders leise, aber auch besonders intensiv sind bei mir Lachkrämpfe. Davon könnte ich gerade wieder mehr vertragen. Früher hatte ich mindestens einen am Tag. Man könnte meinen, dass es damit zusammenhängt, dass mein Leben ernster geworden ist. Nun ist es jedoch so, dass ich Lachkrämpfe in den unmöglichsten Situationen bekommen habe. Je ernster, desto schlimmer.

Besonders schlimm war es mal auf einer Beerdigung. Gar nicht lustig, aber irgendwie auch so absurd, dass ich einfach nicht anders konnte.

Für alle, die heute noch nicht genug gelacht haben, empfehle ich bei YouTube „Schallendes Gelächter“ einzugeben. Bei mir hat dieses Video „Losprusten – Lachanfall von Bundesrat Hans-Rudolf Merz“ auf Anhieb funktioniert. Im Gegensatz zu vielen anderen Videos, bei denen es angeblich unmöglich sein soll, nicht zu lachen.