Wochenendaktivitäten

Als die Kollegin am Freitag nach meinen Plänen fürs Wochenende fragte, hatte ich keine besonderen. Genau genommen hatte ich gar keine.
Nach der Arbeit ging ich noch etwas Tiefkühlgemüse einkaufen. Zu Hause angekommen wollte ich dieses ins Tiefkühlfach packen. Ich zerrte am Griff des mal wieder stark vereisten Faches. Und irgendwann hatte ich es offen und den Griff in der Hand.

Kühlschrankgriff

Leider ließ sich die Tür ließ nun nicht mehr schließen. Jedenfalls nicht ohne Klebeband. Und damit war das Wochenendprogramm klar:
1. Nach einem neuen Kühlschrank recherchieren.
2. Alle Inhalte des Tiefkühlfachs und möglichst viel aus dem Restkühlschrank aufbrauchen.

Zu 2: Kühlschrank leeren
Ich fing an mit dem Kochen einer Lasagne. Eignet sich ja immer gut für die Resterverwertung. Alle Gewürze aus der Tiefkühle in ein Gericht zu schütten war vielleicht nicht die beste Idee. War aber noch essbar.
Anschließend recherchierte ich nach möglichen Rezepten, um 1 kg TK-Waldbeeren irgendwie sinnvoll zu verwenden.
Ich hatte ein paar Ideen, bei denen ich das Endprodukt jedoch immer im Kühlschrank hätte aufbewahren müssen. Und das ergibt natürlich keinen Sinn, wenn es darum geht, den Kühlschrank zu leeren.
Irgendwann fiel mir ein, dass ich ja ein Lieblingskuchenrezept habe, für das ich ein knappes Kilo Obst gut nutzen konnte.
Da ich zwischendurch noch mit dem Aufräumen meiner Wohnung beschäftigt war und mich davon wiederum erholen musste, dauerte es bis gegen 23 Uhr, bis ich mit dem Backen beginnen wollte. Leider fiel mir dann auf, dass ich zwei Eier zu wenig da hatte.
Wollte ich nun aber wirklich um diese Zeit nochmal zum Supermarkt, um zwei Eier zu kaufen? Ich wollte nicht und recherchierte nach Käsekuchen ohne Ei. Und fand ein Rezept.
Der Kuchen schmeckt ausgesprochen gut.

Kuchen und Lasagne

Zu 2: Kühlschrankrecherche
Die Recherche nach dem richtigen Kühlschrank gestaltete sich allerdings schwieriger. Je intensiver die Recherche, desto unklarer die Entscheidung:
– Sollte ich einen Testheftgeprüften Kühlschrank nehmen, dessen Gefrierfach beinahe um ein Drittel kleiner war als mein bisheriges? Und dieses größere war in der Vergangenheit schon oft genug zu klein gewesen.
– Wollte ich jetzt wirklich noch aufgrund doofer Lieferzeiten noch eine Zeitlang mit dem Klebeproviorium agieren?
– Wieviel wollte ich eigentlich ausgeben?
– Wie ließen sich die persönliche Terminlage und die Abgabe des Altgerätes und der Neukauf zeitlich gut organisieren?
– Sollte ich mir doch einen Kühlschrank ohne Gefrierfach und dafür noch zusätzlich eine Gefriertruhe kaufen? Wo in meiner Wohnung könnte ich eine solche Gefriertruhe platzieren?
– Sollte ich einen Wanddruchbruch machen, um die Küche so zu vergrößern, dass eine große rote stylische Kühl- und Gefrierkombi und meine kleine Sitzecke genügend Platz hätten?

Mit dem alten Kühlschrank im Gepäck und einigen ungelösten Fragen sind wir heute losgezogen und der Testheftfavorit sah einfach mal klein und billig aus. War er auch im Vergleich zu anderen Geräten. Die Verkäufer*innen im Elektrohandel hatten genug mit sich selbst zu tun und daher wenig Interesse mit uns zu sprechen.
Ende vom Lied: Wir sind zu einem kleinen lokalen Laden gefahren. Und ich habe das teurere Modell genommen. Und sogar noch mehr gezahlt, als das gleiche Gerät im ersten Geschäft gekostet hätte. Aber ich hatte ein besseres Gefühl beim Kauf und habe noch ein paar beruhigend schlechte Fakten über den ursprünglichen Favoriten gehört, den sie dort gar nicht im Angebot hatten.
Und auch wenn mein Kühlschrank jetzt weniger Fächer hat und die schöne Butterdose nicht mehr richtig ins Seitenfach passt. Ich habe den lokalen Einzelhandel unterstützt, dessen Ladenbesitzer mir im Falle eines Falles einen günstigen Reparateur empfehlen würde und nette Geschichten aus seinem Berufsleben erzählen konnte.

 

Advertisements

Verstehen

Ich habe nun mehrfach meine Betriebskostenabrechnung angeguckt. Und ich verstehe sie nicht. Die Hausverwaltung hat eine Korrektur vorgenommen und dadurch hat sich mein Guthaben erhöht. Könnte ich mich einfach drüber freuen. Leider weiß ich, dass sich dass sich die Guthaben einiger Nachbarinnen deutlich erhöht hat, meines nur minimal. Wäre besser gewesen, das nicht zu wissen.
Ich wollte nun also nachvollziehen, wieso es zu diesem Guthaben kommt, wo sich die ausgewiesenen „Ihre Gesamtkosten“ verdoppeln haben. Ich verstehe es nicht und das macht mich fertig. Fühle die Beschränkung in meinem Hirn schon fast körperlich.
Erstaunlich, denn ganz oft bin ich von der mangelnden Auffassungsgabe anderer abgenervt „Ist doch voll logisch!“. Tja, und nun verstehe ich die Logik der Abrechnung nicht.

Weniger deprimierend finde ich, dass ich eine Werbung für einen Schokokeks, die ich nun schon mehrfach gesehen habe, nicht verstehe: Mann steigt im Parkhaus aus dem Fahrstuhl und ist frustriert. Ich vermute, weil er in der falschen Etage ausgestiegen ist. Aber warum er dann auf (10 miteinander verbundenen) Einkausfwagen mehrere Stockwerke tiefer zu seinem Auto „surfen“ muss – das verstehe ich nicht. Warum nimmt er nicht den Fahrstuhl?
Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich Schokolade zwischen Keksen nicht mag?

Apropos Werbung: Ich habe gestern eine gesehen, bei der eine Frau eine Spinne mit dem Staubsauger von der Wand beseitigt hat. Soll ja eine beliebte Methode der Spinnenentsorgung sein. Ich finde Spinnen ja auch ganz schwierig, aber mit dem Staubsauger einsaugen geht gar nicht. Ich könnte den Staubsauger ja nie wieder nutzen, könnte ja jederzeit die Spinne herauskrabbeln. Und nach jeder Spinnenentsorgung einen neuen Staubsauger kaufen zu müssen, geht ja auch ins Geld.

Apropos Geld – kommen wir zurück zu Dingen, die ich nicht verstehe: Die Tiefen meines Steuerprogramms zum Beispiel. Ich befürchte, zum Teil verstehe ich noch nicht einmal die einfachen Dinge. Ich habe mal einen Buchhaltungskurs besucht. Der war super und ich kam auch gut mit. In dem Moment schien eigentlich alles logisch. Leider hat dieses Verständnis nicht so sehr lange angehalten.
Eine wichtige Sache habe ich mir aber merken können: Das Steuerprogramm, was ich benutze ist eigentlich was für Profis und daher wirklich nicht sehr einfach zu begreifen.
Verstehe nur nicht, warum die das in ihrer Produktbeschreibung nicht einfach deutlich machen. Total unlogisch.

Jetzt muss ich leider den Staffelbeginn vom „Bachelor“ gucken. Warum das sein muss, versteht vermutlich auch nicht jede*r…

 

 

Brautmoden

Ich gucke seit einigen Wochen mit wachsendem Interesse Brautkleidsuchen-Dokusops. Also Sendungen, in denen Bräute ihr Hochzeitskleid suchen und meist auch finden.

Zuerst war ich sehr fasziniert von der Mimik amerikanischer Frauen. Zu so starken Gesichtsbewegungen habe ich mich nicht einmal bei der Teilnahme an einem Clownsworkshop bewegen lassen.
Ich frage mich allerdings, ob die amerikanische Frau an sich, auch ohne Kamera zu solcher Ausdrucksstärke neigt. Ein laut ausgerufenes „Oh my Gosh“ und eine ordentliche Gesichtsentgleisung – das ist aber vielleicht auch genau das, was eine amerikanische Braut in einem 10.000 Euro teuren Kleid von ihrer Begleitung erwarten darf.

In diesen Sendungen äußerten fast alle Frauen den Wunsch nun wenigstens einmal, eine Prinzessin sein zu wollen. Neulich habe ich eine Hochzeit-Doku gesehen, in der eine erwachsene Frau die Dominanz von rosa und die Unmengen an Hello Kitty Accessoires in ihrer Wohnung damit erklärte, dass sie nun einmal gerne Prinzessin sei…  Ich habe natürlich schon drüber nachgedacht, wie es wäre als Prinzessin zu leben. Mich beschäftigt dabei ja sehr die Frage der Ernährung. Wenn ich abends um 22 Uhr Lust auf Schokoküsse habe, kann ich ja nicht mehr zum Supermarkt an der Ecke gehen. Schicke ich dann den Butler? Oder gibt es Schokoküsse in der Vorratskammer? Und wie erfahre ich beispielsweise von der Schokokuss-Sonderedition „Erdbeere“? Im Supermarkt kann ich die ja nicht entdecken. Stöbert eine Prinzession in Onlineshops? Nun gut, das sind ungeklärte Fagen. Jedoch Leute zu haben, die mich täglich in der Auswahl meiner Kleidung beraten, das fände ich ja schon super.
Aber unbedingt mal ein Prinzessinnenkleid tragen zu wollen, nein, das steht nicht auf meiner Wunschliste. Vielleicht mal ein Dirndl, aber das ist eine andere Geschichte.

Was mich jedoch richtig irritiert hat, ist die Frage, warum so viele dieser Frauen so ein hohes Budget für ihr Kleid angesetzt haben. Kaum eine Frau lag unter 5.000 Euro. 5.000 Euro für etwas, was frau nur einen Tag lang tragen kann… In einer Sendung war Papa bereit 23.000 Dollar für das Kleid springen zu lassen. Mama war schockiert. Ihr Kleid hätte nur 150 Dollar gekostet und mit dem Geld solle man doch lieber ein Haus anzahlen.
Genauso sehe ich das auch! 23.000 Dollar für ein Kleid, mit dem ich überall hängen bleibe und vermutlich Assistenz beim Toilettengang benötige…ist mir unbegreiflich. Für die meisten Frauen scheint es erstrebenswert einmal im Mittelpunkt zu stehen. Das geht auch billiger…

Nun gut. Durch Zufall entdeckte ich, dass Braukleid-Dokus auch in Deutschland produziert werden. Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Das Budget der Bräute geht in diesen Sendungen in der Regel bis maximal 1.500 Euro. Sehr vernünftig! Und es war auch nicht allen Frauen wichtig, einmal Prinzessin sein zu wollen. Sehr beruhigend.
Dass die Begleiter*innen der Braut bei der Kleidvorführung oftmals keine Miene verzogen und nicht mal ein kleiner Aufschrei – also das fand ich ja schon fast enttäuschend.

Aber in dieser Doku-Soap ging es auch eher um die Brautmodenverkäufer*innen und weniger um die Bräute. Während in der amerikanischen Serie immer im gleichen Geschäft gedreht wurde, gibt die deutsche Serie einen Einblick in die Verkaufswelt diverser Brautmodengeschäfte in der Republik. Besonders faszinierend fand ich hierbei die Regeln, die da jede*r für sich aufgestellt hat:
Mal müssen die Braut und ihre Begleiter*innen weiße Handschuhe tragen und dürfen Haken an die Kleider hängen, die ihnen gefallen. Anderswo sind es Wäscheklammern, die auch ohne Handschuhe befestigt werden dürfen. Einmal waren es Pappherzchen, die direkt am Bügel befestigt werden mussten. Finde ich recht umständlich.
In einigen Geschäften dürfen die Bräute keine Kleider anfassen, sondern müssen die Auswahl ganz dem Fachpersonal überlassen. In zwei Läden mussten alle die Schuhe ausziehen. Will man das?

Einig schienen sich fast alle Verkäufer*innen darin zu sein, dass eine Braut maximal 5 Kleider anprobieren darf und dann ihr Kleid gefunden haben muss. irgendwie schien das auch bei allen Bräuten zu klappen. Kann ich mir bei mir absolut nicht vorstellen. Ich rechne mit dem Besuch von mindestens acht Geschäften und der Anprobe von 40-50 Kleidern.
Gab dann aber auch ein paar Sendungen, in denen „schwierige“ Bräute gezeigt wurden, die eine so große  Entscheidungsunfreude wie ich an den Tag zu legen scheinen. Allerdings fanden die in den 5-Kleid-Läden dann naürlich immer „ihr Kleid“.
Das gehört allerdings in allen Geschäften, egal ob in Deutschland oder den USA dazu. Die Braut muss immer die Frage beantworten, ob das nun „ihr Kleid“ sei bzw. ob sie „Ja“ zu ihrem Kleid sagen würde. Und am liebsten vorher ein paar Tränen vergossen haben.

Ich habe nicht die Absicht mir ein Brautkleid zu kaufen, aber ich würde einige der gezeigten Verkaufstalente gerne mal an so einem schwierigen Fall wie mir ausprobieren.

Allerdings gibt es auch ganz schlimme Verkäufer*innen. Ein wenig Küchenpsychologie mag ich ja schon ganz gerne, aber manch eine geäußerte These über die Braut fand ich haarsträubend. Ich weiß auch nicht, ob ich mit dem Humor des einen Auskenners wirklich klar käme.

Richtig schockiert war ich jedoch vom schwäbischen Verkäufer, der der Braut Kleider zur Anprobe gab, die deutlich über ihrem Budget lagen. In der amerikanischen Serie galt die goldene Regel: „Wenn die Braut sich in ein Kleid verliebt, das über ihrem Budget liegt, bricht es ihr das Herz“.
Das war dem Schwaben offensichtlich egal. Er hat eine Erfolgsquote von 85%. Und tatsächlich legten Mutter und Freundinnen zusammen, um die deutliche Überschreitung des Budgets auszugleichen. Und dies für ein Kleid, das er herausgesucht hatte, um die bis dato „versteckte Seite“ der Braut herauszustellen. Der Erfolg gab ihm recht.

Mich würde ja interessieren, wie meine Begleiterinnen auf den speziellen Charme des Verkäufers reagieren würden. Aber ob ich mir dafür von ihm bei der Kleideranprobe helfen lassen würde…?

Die Begleiter*innen der Bräute waren in allen Sendungen ein wichtiges Thema. Eigentlich soll die Baut ja ihr Herz sprechen lassen. Aber oft waren es die anderen, die gesprochen haben. Nicht immer leicht für die Verkäufer*innen. Aber einer der Punkte, die mich beim Gucken faszinieren.

Als ich heute entdeckt habe, dass sich gegenüber von meinem Schwimmbad ein großes Brautmodengeschäft befindet, war mein erster Impuls hinzugehen, und es mir genauer anzuschauen.
Der zweite Gedanke: Ich sollte mir ein neues Hobby suchen…

Schnäppchenjagd

ProzenteAls ich beim routinemäßigen Check der aktuellen Werbung in meinem Briefkasten diese Rabattmarken entdeckte, war sie eröffnet die Schnäppchenjagd. Ich bin ja froh, dass die Wissenschaft erforscht hat, dass Schnäppchen Prozesse im Gehirn in Gang setzen, auf die wir nur bedingt Einfluss haben. Ich muss mich also nicht schämen, dass ich den Hausmüll im Flur nach weiteren Rabattzetteln durchsucht habe, die meine Nachbar*innen achtlos weggeworfen hatten. Außer mir schien niemand mitbekommen zu haben, dass in der Werbung diese Klebemarken enthalten waren. Mein „Belohnungssystem“ war aktiviert. Angeblich soll dies nur 10-20 Sekunden anhalten, bevor der Verstand wieder einsetzt. Die Zeit reichte für die Suche im Müll aus. Kaum war ich wieder bei Verstand und in meiner Wohnung habe ich mir das Regelwerk für diese Rabattaktion durchgelesen. 1 Woche Zeit und pro Einkauf nur 1 Klebeblatt mit 9 unterschiedlichen Prozentaufklebern (5-20%) anwendbar. Das sprach jetzt auch noch meinen Spieltrieb und meinen manchmal doch vorhandenen sportlichen Ehrgeiz an.

Praktischerweise plane ich gerade ein kleines Fest, für das ich drei Einkaufslisten geschrieben habe. Eine für Dinge, die ich jetzt schon besorgen konnte, eine weitere für frischere Podukte und eine dritte mit Dingen, die ich am Tag des Festes einkaufen will. Ich fand diese Dreiteilung ja schon ziemlich clever.

Nun kam also noch die Herausforderung dazu, dass ich meine Einkaufsliste in 9-Produkt-Einkäufe aufzuteilen – passend zu den unterschiedlich hohen Rabatten.

Heute war ich schon 2x einkaufen und habe schon gelernt, dass die Menschen an der Kasse die Rabattaufkleber wieder entfernen müssen. Beim ersten Einkauf hatte ich die Aufkleber sehr ordentlich befestigt. Doof für die Verkäuferin, denn die hatte ordentlich zu tun, sie wieder abzupulen.
Beim zweiten Einkauf habe ich die Aufkleber also nur sehr locker draufgeklebt. Fand die Verkäuferin super. Hatte zudem den Vorteil, dass ich sie wieder umkleben konnte, denn der 20%-Aufkleber musste natürlich auf das teuerste Produkt.

An der Kasse habe ich über die Geduld der Kassiererinnen gestaunt. Sie mussten alle diese Klebezettel entfernen und zudem herausfinden auf welchen Produkten ich sie aufgeklebt hatte und auf welchen nicht.
Mein Plan war natürlich bei jedem Einkauf nur neun Produkte zu kaufen. Habe aber dann doch jedes Mal ein paar mehr Dinge besorgt. Und beim zweiten Einkauf schienen die Produkte zudem auch noch insgesamt niedrigpreisiger zu sein als beim ersten. Das hätte ich wohl besser planen können.

Ich habe noch etwa 5 weitere dieser Rabattzettel und stelle fest, dass mein Spieltrieb langsam nachlässt. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass auf meiner Einkaufsliste nur noch so langweilige und recht günstige Artikel wie Mehl stehen. Sowas wie Rotweinessig und einige meiner geplanten Getränke gibt es dort nicht.

Ich muss wohl mal schauen, ob die Rabattphase zu meiner mittleren Einkaufsliste passt, also die Dinge, die nicht total frisch sein müssen. Das macht den nächsten Einkauf dann vielleicht doch wieder etwas spannender.

Visualisierungen

Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, soll man ja kein Lotto spielen, sondern lieber das finanzielle Ziel, welches man hat, visualisieren. Im Visualisieren bin ich gut, wie ich gerade feststellen musste. Zumindest bei Gewinnspielen. In der Glotze wurde gerade ein Gewinnspiel erwähnt, bei dem man ein Haus gewinnen kann. Und ich war für einige Minuten völlig gestresst. Wo würde ich das Grundstück für mein Haus herbekommen und will ich da dann wirklich hinziehen? Bedauerlicher- oder auch glücklicherweise habe ich nicht richtig aufgepasst, wobei ich das Haus gewinnen könnte. Nochmal Glück gehabt.

Heute Morgen habe ich an diversen Gewinnspielen teilgenommen. Es ging da eher um Reisen und Essbares. Das kann ich ganz gut bewältigen. Musste bei den Reisen (Kochkurs in Rom) nicht lange überlegen, wen ich mitnehme. Na, schaun wa mal, ob der Fall wirklich eintreten wird.

Spannender fand ich allerdings die Antwortmöglichkeiten, die sich die Gewinnspielanbieter*innen ausgedacht haben. Zum Beispiel sollte man angeben, was die gefüllten Nudeln auszeichnen würde: Extra dicker Teig mit wenig Füllung, dass man die Nudeln mit der Verpackung bei 30 Grad in der Geschirrspülmaschine garen könne oder dünner Teig mit geschmackvoller Füllung. Fand ich großartig und habe tatsächlich mal kurz geguckt, ob die naheliegende Lösung vielleicht doch die falsche sein könnte.
Gut gefallen hat mir auch die Frage, was das Besondere am Luxushotel sei: Kleine Zimmer, veganes Essen oder exotische Speisen. Schade, dass es kein Bemerkungsfeld gab. Ich hätte den Humor gerne gelobt.

So, jetzt muss ich mal eine Runde schauen, was ich eigentlich will, um das gut zu visualisieren. Wenn ich mich hier so umgucke, grätscht da allerdings das Bedürfnis dazwischen zu visualisieren wie ich die Sachen, die ich heute ausgemistet habe, schnell und erfolgreich über ebay-Kleinanzeigen verkauft bekomme.
Vielleicht reicht der Erlös ja für eine Nacht in einem zu kleinen Hotelzimmer und ein Essen, was ich mir im Geschirrspüler warm gemacht habe…

Unerzählte Geschichten

Neulich spielte sich zwischen mir, einem 50-Euro-Schein, einem Fahrschein- und einem Geldautomaten ein minutenlanges Drama ab. Ein niesender Bettler war erst Stressor und wollte dann noch helfen. Ich habe zwei Menschen Teile dieses Erlebnis‘ erzählt/gesimst, das mich in der Situation echt fertig gemacht hat. Aber eigentlich wusste ich schon, dass dies eine der Alltagssituationen ist, die in aller Ausführlichkeit niemanden wirklich interessieren.

Was macht man aber damit? Das Internet ist voll von diesen Geschichten. Zum Beispiel von Erlebnissen mit der Telekom. Bis zum Ende habe ich aber noch keine gelesen, zumindest, wenn sie sehr ausführlich sind.

Apropos uninteressant. Ich habe ein Jahresabo „Das goldene Blatt“ abgeschlossen. Gab es kostenlos und ich hoffe sehr, dass ich wirklich dran denke es rechtzeitig zu kündigen.

Das goldene BlattIch muss zugeben, ich habe nicht damit gerechnet, dass der Inhalt so uninteressant sein könnte. In Wartezimmern habe ich solche Zeitschriften früher ganz gerne gelesen. Jetzt blättere ich sie in 5 Minuten durch. Ich befürchte, es liegt auch ein wenig daran, dass ich durch den unregelmäßigen Besuch von Seiten wie klatsch-tratsch.de schon ausreichend informiert bin. Und es ist erschütternd wie viele Falschmeldungen in den paar Seiten zu finden sind. Aber die Rezepte sind gut.

Und als Freundin geglückter Überleitungen habe gleich eine anzubieten – apropos Rezepte:

WirsingchipsVor Monaten habe ich in der Glotze Menschen von Wirsingchips schwärmen hören und hatte das Gefühl, dass ich unbedingt mal welche essen müsste. Ich glaube, etwas Schlimmeres als diese Chips habe ich schon lange nicht mehr gegessen. In der Packung waren 35 Gramm und ich habe mehrere Tage gebraucht, um sie aufzuessen. Sie waren einfach zu teuer, um sie wegzuwerfen.

Noch jemand wach? Ich muss jetzt mal gucken, was es aktuell an uninteressanten Geschichten auf promiflash gibt. 😉

Taschen

Neulich habe ich in einem Nachrichtenbeitrag gesehen, wie die Bundeskanzlerin einem Begleiter ihre Handtasche in die Hand drückte. Mein erster Gedanke: War das jetzt ihr Bodyguard oder ein Assistent? Und was macht der mit ihrer Tasche? Zweiter Gedanke: Stimmt, ich habe Frau Merkel noch nie mit einer Handtasche gesehen.

In den letzten Tagen war ich auf einer Fachtagung und hatte – wie immer – immer meinen Rucksack dabei. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmenden. Die hatten oft nur ein paar Schreibutensilien in der Hand. Ich habe drüber nachgedacht, ob mir das auch reichen könnte, aber ich brauchte ja meinen Block und Stift, den Tagungsflyer, etwas Wasser, mein Handy, ein Ladegerät, Taschentücher, eine Ellbogenbandage und Bonbons. Zuviel für die Hosentasche. Keine Ahnung, wie die anderen das machen.

Einige Frauen hatten Handtaschen dabei. Das sieht natürlich viel stylischer aus als mein oller schwarzer Rucksack. In den letzten Tagen habe ich viel drüber nachgedacht, ob ich mir eine schicke Ledertasche besorge, um mein Image aufzupolieren. Das Problem: Ich hasse es, etwas in der Hand zu halten. Oder einseitig über der Schulter zu tragen.

Ich könnte natürlich die Tasche bis zum Einsatzort im Rucksack transportieren. Dann müsste die Tasche allerdings groß genug sein, um meinen Rucksack aufnehmen zu können. Wird nicht ganz einfach, denn Träger eines Rucksacks müssen gepolstert sein.
Oder gibt es Taschen, die schnell in Rucksäcke umbaubar sind?
Ich sehe mich schon völlig gehetzt zu einem Termin erscheinen, meinen Rucksack vor der Tür auszuräumen, damit ich diesen zur Tasche umbauen und wieder einräumen kann.

Es ist wie mit der schicken Kleidung, die mich (in beruflichen Zusammenhängen) fertig macht. Ich muss doch Sportlehrerin werden. Wobei: Die haben zwar lockere Klamotten an, aber die tragen Sporttaschen. Puh, ich muss also Wanderführerin werden. Bequeme und aus meiner Sicht unkomplizierte Kleidung und ein Rucksack. Perfekt. Nur dass ich nicht gerne wandere. Aber das ist es, ich muss mich voll in Funktionskleidung werfen und einfach so tun, als ob ich mein gesellschaftlich anerkanntes Hobby eben sehr stark auslebe.
Blöd nur, dass Frauen in Funktionskleidung in meinen beruflichen Kreisen meist in eine bestimmte Ecke gepackt werden.

Jetzt habe ich doch mal gegoogelt. Und es gibt sie tatsächlich: Rucksacktaschen. Und eine sieht auch wirklich schick aus. Ich bin kurz davor sie zu bestellen. Das Problem: Weil sie aus hübschen Leder ist, wiegt sie natürlich auch einiges. Ein weiteres Problem: Die Träger sind schmale Lederriemen. Mag ich eigentlich nicht. Es ist auch so, dass dinA4 zu groß für die Tasche ist.
Und zu guter Letzt steht zu befürchten, dass ich neben einer solchen Tasche ziemlich underdressed aussehen würde.

Nun muss ich mich entscheiden: Will ich die Frau in der Komplett-Funktionskleidung sein oder die underdressed Woman mit cooler Ledertasche oder bin ich einfach die, die in allen Lebenslagen ihren Rucksack dabei hat…?