Bloggen bildet

Das ist jetzt wirklich verzwickt. Soll ich wirklich zugeben, dass ich einige Dinge nicht weiß – dann müsste die Überschrift eigentlich heißen: Bloggen könnte bilden. Oder soll ich es nicht zugeben, dann würde die Überschrift stimmen.

Aber mal von vorne: Mein Vater hat es das „Gelbe Volkswagen Syndrom“ genannt. Wenn man mal einen besessen hat, sieht man überall welche. Da hat er Recht gehabt. Ich hatte noch nie ein solches Auto, aber das Phänomen ist mir bekannt.
Im Moment scheint es die Fliege zu sein, die mir nun häufiger und unerwartet über den Weg läuft. Ich habe neulich mal eine aus nächster Nähe fotografiert. Das Foto war zwar unscharf, aber faszinierenderweise waren die Facettenaugen deutlich zu erkennen.
Als ich neulich bei der Zahnprophylaxe war und die Zahnprophylaxeausführende die Lampe näher an mein Gesicht zog, fand ich ja, dass sie sehr nach Fliege aussah (hier mal ein Foto von einer Leuchte für den Dentalbereich, die meiner Variante am nächsten kommt). Die mich behandelnde Frau meinte nur, dass manche ja auch behaupten würden, dass diese Lampe ganz neu sei, wäre sie aber nicht. Aber dies zeigt ja nur, dass mensch die gleiche Umwelt – aus welchen Gründen auch immer – unterschiedlich wahrnimmt bzw. wahrnehmen kann.

Aber komme ich mal zurück zum Eingangsthema. Als ich über diese Zeilen nachdachte fragte ich mich, ob diese Facettendinger bei der Fliege wirklich Augen heißen würden. Und mir fiel der Spidermanfilm ein, den ich neulich ein paar Minuten geguckt hatte. Die Maske von ihm hat ja auch so „komische“ Augen. Äh, aber ich schweife ab.
Kaum war mir aufgefallen, dass ich mich mit der Anatomie von Fliegen nicht auskenne, fiel mir auf, dass ich auch nicht weiß, wie die Berufsbezeichnung der Dame ist, die mich beim Zahnarzt prophylaktisch behandelt hat, was so ausgedrückt ja auch ein wenig falsch ist. Ich kenne mich nun auf der Webseite meines Zahnarztes sehr gut aus, aber die richtige Berufsbezeichnung kenne ich immer noch nicht.
Und das ist doch schon irgendwie hart, dass mir in einer so kurzen Story gleich zwei zentrale Begriffe nicht geläufig sind. Plus der Tatsache, dass ich schon geahnt habe, dass die Lampe in der Zahnarztpraxis nicht Lampe, sondern vermutlich „Leuchte“ heißt.

Und auch wenn ich das jetzt so zugeben kann, habe ich das natürlich alles gegoogelt, weil ein Text mit zu vielen Dingsda-Umschreibungen ja auch nicht so viel Spaß macht.

Es bleibt also festzuhalten: Bloggen bildet!

Anzahl der Begriffe, nach denen ich gegoogelt/gedudend habe: 4

Langeweile

Mir ist langweilig. Und das ist doch doof. Draußen scheint die Sonne und ich habe frei. Ich könnte tolle Dinge tun. Stattdessen habe ich bislang folgendes getan:

  • Etwas gearbeitet,
  • Wäsche gewaschen,
  • war einkaufen,
  • habe den Balkon geputzt,
  • ein wenig aufgeräumt und
  • Glasflaschen entsorgt.

Klingt jetzt eigentlich gar nicht so schlecht.
Vergessen zu erwähnen habe ich, dass ich einige YouTube-Videos mit Fußballer-Biografien geguckt habe und hach, soll ich das wirklich zugeben, gerade „Cedar Cove“ gucke. Für alle, die diese Serie nicht kennen, wird das Ausmaß des Schreckens bestimmt durch den Untertitel deutlich: „Das Gesetz des Herzens“.

Langeweile ist bestimmt eine gute Sache, die der Mensch auch mal ab und zu braucht. Und vielleicht ist es auch gut sich nicht dem Druck zu unterwerfen, am freien Tag tolle oder sinnvolle Sachen zu tun. Ich müsste zum Beispiel mal bei der Krankenkasse anrufen. Oder wäre es nicht toll, wenn ich ein Buch lesen würde?

Aber dennoch, dass der Tag so vorbeiplätschert ist irgendwie doof. Ich scheine eine Tagestruktur zu brauchen. Eigentlich gehe ich an diesem Tag immer Schwimmen, hatte aber alleine keine Lust und die Alternative mal wieder in ein weiter entferntes Einkaufszentrum zu radeln, schien mir eine gute zu sein.

Immerhin habe ich dort eine Großpackung Toilettenpapier gekauft. Und eine Menge Geld gespart, weil mich nichts so richtig begeistern konnte.

Jetzt versuche ich es mal mit dem Sortieren meiner Kleidung, um Wäschewaschen Teil 2 in Angriff zu nehmen.

Wiederholungen

Hatte ich schon einmal erwähnt, dass mir Wiederholungen manchmal richtig doll auf den Keks gehen? Falls nein: Also Wiederholungen können manchmal richtig nervig sein.

Beim gestrigen Fußballspiel kommentierte der Moderator in der Halbzeitpause, dass der deutsche Torwart ja wirklich beeindruckend sei, weil er den überwiegenden Teil des Spiels nichts zu tun habe, aber dann in der einen Situation, in der es drauf ankäme, den Ball halten würde. Eine wirklich besondere Leistung. Daraufhin erwiderte der Experte, dass das ja schon wirklich etwas Besonderes sei, wenn der Torwart in so wenigen Momenten konzentriert sei. Das würde einen besonderen Torwart auszeichen, besonders, wenn er den größten Teil des Spieles nicht viel zu tun habe. Und für alle, die es bis dahin noch nicht mitbekommen hatten, wiederholte der Moderator, dass das ja wirklich etwas Besonderes sei, dieser Torwart, der in diesen wenigen Spielminuten, in denen es darauf ankäme, so konzentriert sei.

Das erinnert mich an Arbeitstreffen, bei denen ein Kollege sich immer damit besonders ausgezeichnet hat, das vorher Gesagte noch einmal zu wiederholen. Ich glaube, dies wird in Karriereratgebern sogar als Taktik empfohlen, um sich selber als kompetenten Menschen ins Spiel zu bringen. Mich regt das ziemlich auf, besonders dann, wenn das, was ich eben gesagt habe, wiederholt wird. Erstens bin ich der Ansicht, dass ich Sachverhalte in der Regel so gut darstellen kann, dass mir niemand ungefragt durch eine Wiederholung „helfen“ muss und zweitens empfinde ich das als ziemliche Zeitverschwendung.

Wiederholungen sind nicht immer schlecht, schließlich höhlt steter Tropfen den Stein und bei Nachrichtensendungen finde ich es auch sehr praktisch, wenn am Ende noch einmal eine Zusammenfassung kommt. Es gibt viele Informationen, die ich nicht auf Anhieb verstehe oder mitbekomme. Aber den Radiosender „Inforadio“ habe ich schon oft völlig gestresst abgedreht, weil dort ja nicht nur die Nachrichten, sondern auch die Reportagen in einer Endlosschleife zu laufen scheinen. Mehr als einige Stunden immer wieder die gleichen Informationen – das ist nicht aushaltbar.

In der Glotze gehen mir Wiederholungen auf den Keks, die nicht als solche gekennzeichnet werden. Ich freue mich auf eine neue Folge einer Serie und muss dann feststellen, dass es wieder mal eine Wiederholung ist. Andererseits gibt es Filme, die ich schon öfters und gerne geguckt habe, dank diverser Wiederholungen.

Während ich dies schreibe, drücke ich übrigens immer wieder die Wahlwiederholungstaste. Eine sehr praktische Einrichtung. Und tatsächlich ist es mir nach vielen Wiederholungen gelungen, jemanden an die Struippe zu bekommen und einen Arzttermin zu vereinbaren. Für den Oktober.
Aber sich darüber zu echauffieren, bringt auch nichts, haben andere vor mir bestimmt auch schon getan und ich will ja nicht mit Wiederholungen langweilen.

 

 

Geburtstag

Vor ein paar Jahren war ich auf einem Geburtstag und es gab Erdbeerkuchen mit frischen Erdbeeren. Die Gastgeberin erzählte, dass dieser Kuchen ihre jährliche Geburtstagstradition sei. Als die Gastgeberin später noch ergänzte, dass sie ja total gerne Pfingstrosen geschenkt bekäme, war ich vollends fasziniert.
Ich habe noch nie einen Kuchen mit frischen Erdbeeren gemacht, und vor allen Dingen auch noch nie an meinem Geburtstag. Und Pfingstrosen hatte mir zu diesem Anlass auch noch niemand geschenkt. Das mit dem Erdbeerkuchen liegt zum einen daran, dass ich Erdbeeren so lecker finde, dass ich sie eigentlich immer sofort und möglichst pur aufessen muss und zum anderen natürlich daran, dass ich im Winter Geburtstag habe.  Letzteres erklärt natürlich auch die fehlenden Pfingstrosen.

Seltsam, aber mir war vorher noch nie aufgefallen, dass der Zeitpunkt einer Geburtstagsfeier auch auf Blumen und Essen Auswirkungen haben könnte! Das mag auch daran liegen, dass die meisten Menschen, zu deren Geburtstagen ich eingeladen werde, im Winter/Frühjahr/Herbst Geburtstag haben.

Ich habe ja eigentlich immer Menschen beneidet, die im Sommer feiern können, da sie so viele Möglichkeiten haben, die ich nicht habe: Sie können z. B. draußen Picknicks veranstalten.
Allerdings musste ich feststellen, dass die, die in sommernähe Geburtstag haben, immer mit der Wetterfrage kämpfen müssen oder mit sowas wie Feiertagen, Fußballmeisterschaften etc.
Bei mir ist es so gesehen einfacher: Gefeiert wird drinnen. Und ja, manchmal sind auch Winterferien oder Skireisen angesagt. Irgendwie scheint aber jeder Geburtstagszeitraum so seine Nachteile zu haben.

Ich war gestern bei schönstem Sommerwetter auf einer Geburtstagfeier, bei der die Hälfte der Gäste draußen auf einer Terrasse saß. Es wurde zwar irgendwann doch recht kühl, aber draußen zu sitzen, war möglich.
Es war ein runder Geburtstag und daher etwas größer angelegt.
Ich fand die Feier sehr harmonisch, mit einem ausgeglichenen Verhältnis an Geburtstagaktivitäten (Gesang, Reden etc.) und Zeiträumen sich miteinander unterhalten zu können.

Hat mir gut gefallen. So gut, dass ich dann irgendwann im Laufe des Abends anfing, mir darüber Gedanken zu machen, wie ich meinen nächsten runden Geburtstag am liebsten feiern würde. Und immer wieder musste ich mich selbst daran erinnern, dass eine Terrasse, auf der die Gäste sitzen können, eigentlich nicht so wirklich wichtig für meine optimale Feierlocation wäre.

Irgendwie hätte ich ja Lust auf eine Party wie in alten Zeiten: Alle bringen was mit, statt Catering in gediegener Atmosphäre. Gleichzeitig fände ich eine „Offene Bühne“ klasse (um mal nicht den Scheinanglizismus „Open Stage“ zu nutzen). Aber bleibt da genügend Zeit sich miteinander zu unterhalten? Und was mache ich mit dem Wunsch Vieler, tanzen zu wollen? Wo ich doch eigentlich am liebsten meine Musikkassetten aus den 80ern/90ern würde einlegen und durchlaufen lassen.

Heute morgen dachte ich dann, dass ich ja ein Zeltwochenende sehr schön fänd. Mit Baden im See und den ganzen Tag Zeit für die kulturellen Lesebühnen-Highlights von mir und meinen Gästen. Bis mir dann einfiel, dass Zelten und Baden im Winter einfach mal nicht so gut kommt. Und die Feier in den Sommer zu verlegen bringt ja dann wieder diverse Terminschwierigkeiten mit sich. Dann vielleicht doch lieber nach dem Motto, die Feste zu feiern, wie sie fallen.

Nun ja, dass das Planen von Geburtstagsfeiern kein leichtes Unterfangen ist, wusste ich ja schon länger. Aber ich habe ja noch etwas Zeit drüber nachzudenken.

Schlaflos

Ich kann nicht einschlafen und das ist gar nicht schön. Noch ist es früh genug, so dass ich noch eine Weile Zeit habe, bis ich wirklich einschlafen sollte. Doch nachdem ich vorhin schon auf meinem Sofa eingeschlafen bin, wäre es jetzt eigentlich ganz schön, daran anknüpfen zu können.

Es gibt kein konkretes Thema über das ich nachdenke, auch wenn ich noch schnell eine private SMS verschickt habe, die einen beruflichen Hintergrund hatte und noch schnell auf Facebook zu einem ehrenamtliches und einem beruflichen Thema gechattet habe. Aber jetzt habe ich alle offenen Gedankenstränge erledigt, jetzt könnte ich doch einschlafen.

Bisschen blöd war vielleicht, dass ich noch schnell die Wäsche aufgehangen habe, die gerade fertig wurde und meine Zähne geputzt habe.
Letzteres versuche ich ja in den letzten Monaten immer gleich zu erledigen, wenn ich sicher bin, dass ich nichts mehr essen werde (hat ja dann auch den praktischen Nebeneffekt, dass ich wirklich nichts mehr esse). Zähneputzen macht mich wach, aber ohne Zähneputzen kann ich nicht ins Bett gehen. Mache ich vielleicht einmal in 5 Jahren. Aber das fühlt sich nicht gut an. Karius und Baktus schlagen dann bestimmt zu, da bin ich ganz sicher. Und gerade heute hatte ich das Gefühl, dass der eine Zahn wohl mal wieder vom Zahnarzt angeguckt und daher besonders gut geputzt werden müsste.

Ich höre gerade ein Hörspiel, eines, das ich schon so oft gehört habe, dass ich dabei sehr gut einschlafen kann. Zumindest hat es gestern sehr gut geholfen. Da konnte ich nämlich auch nicht einschlafen. Heute hingegen habe ich mit großem Interesse ein paar Textpassagen gehört, die mir gänzlich unbekannt waren.

Vor zwei Tagen bin ich um 3 Uhr aufgewacht und konnte bis halb fünf nicht einschlafen. Radio, Entspannungs-CD, Hörspiel. Letzteres half dann, aber leider habe ich mir das via Handy angehört. Da läuft dann so ein Hörspiel die ganze Nacht immer wieder von vorne durch. Aber war ja auch nicht mehr so viel Nacht übrig.
Ich hätte das Hörspiel gerne über meinen Kassettenrekorder angehört. Ich habe diesen schon sehr lange nicht mehr benutzt, weil er nicht richtig funktioniert. Zwei Versuche haben das dann auch gleich bestätigt: Die eine Kassette war kaum zu verstehen, die zweite quietschte so laut, dass es mich in den Wahnsinn trieb. Sehr ärgerlich, denn ich habe etwa 200 Kassetten, die sich zu 80% sehr gut als Einschlafhilfe eignen.
Im Wohnzimmer steht auch eine Anlage mit Kassettenrekorder, mit dem sie noch abhörbar sind, aber ich hasse es, wenn technische Geräte über Nacht anbleiben.
Der Kassettenrekorder am Bett hat eine Sleepfunktion. Bringt aber nichts, wenn die Kassette quietscht.
Und dann liege ich wach und grübele darüber, ob ich meine Kassettensmmlung vielleicht doch verkaufen sollte, wenn ich sie nur noch tagsüber hören kann, wo sie mir doch so eine schöne Einschlafhilfe sein soll. Und das regt mich auf.

Aufgeregt hat mich neulich auch, der Versuch eine Entspannungs-CD zu hören. Bei Traumreisen aller Art schlafe ich eigentlich immer ein. Diesmal klappte es allerdings gar nicht gut, weil die CD Aussetzer hatte. Was mich so aufgeregte, dass ich immer wacher wurde.

Ich war dann auch mal in der Apotheke und die haben mir Baldrian empfohlen. Da hätte ich auch von selbst drauf kommen können. Gestern schien das geholfen zu haben, heute leider nicht mehr.

Lesen hilft leider auch nicht – macht mich nach zwei Zeilen müde, sobald das Licht aus ist, bin ich wieder putzmunter.

Frage mich gerade, ob das Lesen dieses Textes die werte Leserschaft womöglich müde macht. Ist ja vielleicht wirklich einschläfernd, solche Geschichten zu lesen. Würde mich freuen, wenn ich anderen Menschen beim Einschlafen behilflich sein kann.

Ich probiere es jetzt auch nochmal. Gute Nacht allerseits!

 

Urlaub in der Laube

Ich mache Urlaub in meiner Laube. Eine Woche lang. Eine Woche Urlaub in der Laube und mein klassisches Urlaubsthema holt mich ein: Wozu mache ich das eigentlich? Urlaub machen? Was suche ich da? Hätte ich nicht erwartet. War eigentlich damit beschäftigt, mich nicht mit der Arbeit zu beschäftigen. Das klappt ganz gut. Erfreulicherweise.
Im Urlaub mache ich meistens gar nichts. Ich freue mich drauf, viel zu lesen und zu schlafen und Natur zu genießen. Zum Lesen bin ich leider noch gar nicht gekommen. Mit der Natur hat es bislang auch nur bedingt geklappt. Das Wetter ist einfach zu ungemütlich. Es soll ja besser werden, mit dem Wetter. Und dann werde ich mich auch mehr draußen aufhalten.

Obwohl ich ja schon öfters hier in der Laube war, betrachte ich es diesmal mit anderen Augen. Könnte ich hier dauerhaft leben? Es ist ja der Traum von so Vielen. Das Haus mit Garten auf dem Land. So schön ich das hier finde, so stelle ich doch fest, dass mir mein Berlin fehlt. Im hiesigen Einkaufszentrum gibt es alles, was man so braucht. Aber es gibt keinen gemütlichen Ort, kein nettes Café oder eine schöne Buchhandlung.

Das ist der Grund, warum ich Urlaube in Griechenland so liebe. Es gibt dort immer Cafés, in denen frau lange entspannt sitzen und lesen oder schreiben kann. Es gibt dort das Meer und immer wieder schöne Buchläden oder Orte, an denen Bücher getauscht werden können. Und natürlich viel Sonne – jedenfalls zu den Jahreszeiten, zu denen ich mich dort in der Regel aufhalte.

Ich mag es im Urlaub ja ganz gerne, wirklich nichts zu tun. Das finde ich in Unterkünften schwierig, die täglich gereinigt werden. Ich bin schon sehr oft der Reinigungskräfte wegen rausgegangen und habe auf einer Bank in der Nähe drauf gewartet, dass ich wieder zurückgehen kann. Eigentlich bescheuert, dass ich mir in solchen Situationen Gedanken drüber mache, was andere von mir denken könnten („hängt die denn den ganzen Tag in ihrem Zimmer herum?“). Gleichzeitig hat dies ja den positiven Nebeneffekt, dass ich so bereits früh auf den Beinen und an der „frischen Luft“ war.

Ist in der Laube natürlich anders. Dort kommt niemand zur Reinigung vorbei. Auch die Frage, wo ich abends Essen gehe hat sich hier erledigt. Ich putze und koche selber. Heute gab es Lasagne. Das sanitären Anlagen will ich morgen mal wieder putzen.
Und bei diesem kalten Wetter und unter der Woche sind auch wenig andere „Gartenfreunde“ hier. Also wenig soziale Kontrolle.

Heute habe ich im Nachbarort Postkarten gekauft. Die Ansichtkarten von dem Nachbarort kosten genauso viel wie normale Postkarten. Wegen der kleinen Auflage, meinte die Verkäuferin. Ist hier keine Gegend für Touristen. War ein lustiger Laden. Nicht ganz eindeutig in seinem Sortiment. Irgendwas mit Büchern. Aber immerhin verschiedene Postkarten im Angebot.
Schade ist, dass es hier im Ort keinen Briefkasten gibt. Im Einkaufszentrum kann man seine Post bei einer Postfiliale abgeben. Aber das ist nicht das gleiche wie eine Karte in einen richtigen Briefkasten zu werfen. Und habe auch immer ein wenig die Sorge, dass diese Menschen, denen ich meine Karten persönlich in die Hand drücke, diese womöglich lesen. Und vielleicht habe ich darin nun über etwas gelästert, was sie oder einen Verwandten betrifft. Wäre ja möglich, ist ja ein kleiner Ort. Und das Lesen meiner Karten wäre ja noch nicht einmal eine Verletzung des Briefgeheimnisses.

Morgen ist Halbzeit. Mal schauen, was noch so passiert. Es gibt hier noch einiges zu tun: Ein paar Pflanzen müssen noch eingepflanzt, einige Unkräuter gerupft und ein Gartenplan erstellt werden. Morgen dann oder übermorgen. Habe ja Urlaub und das Wetter soll ja auch wieder schöner werden.

Hallo Berlin

War keine gute Idee eine Überschrift auszusuchen, die mir Puls verursacht. Ganz schlimmen Puls sogar.

Muss ich ausführen, wovon ich spreche? Ich spreche von der meist sehr euphorisch geäußerten Begrüßungsform auf Großveranstaltungen. Findet diese in Essen statt: „Hallo Essen“, findet sie in Berlin statt: „Hallo Berlin“.

Ich finde das saubescheuert. Wir haben hier in Berlin zwar den Slogan „be berlin“. Aber dennoch: Ich bin nicht Berlin. Ich bin vielleicht Berlinerin. Aber ich bin nicht Berlin.

Heute war ich auf einer Veranstaltung. Leidenschaftlich begrüßte die Moderatorin das Publikum mit „Hallo Veranstaltung“. Bin ich Veranstaltung? Nein, bin ich nicht. Ich bin Besucherin der Veranstaltung.

Was mich ja wundert: Warum reagiert überhaupt jemand auf so eine unpassende Begrüßung? Sind die anderen Berlin? Oder sind sie Veranstaltung? Oder Essen?

Sollte ich vielleicht mal auf der Arbeit probieren. Statt eines „Guten Morgens“ sollte ich vielleicht mal fröhlich „Hallo Firma“ ausprobieren. Was allerdings, wenn meine Kolleg_innen darauf anspringen? Das wäre schlimm. Ganz schlimm. Bekomme wieder Puls.